Spitzbergen

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Von Choquequirao nach Machu Picchu

​Am Abend des 3. August, erreichen wir nach einer sehr sportlichen Bus- und kurzer Taxifahrt Cachora, von wo wir unseren Trek zum Choquequirao am nächsten Tag beginnen werden. Cachora ist ein kleines Dorf in dem vorallem Bauern und Eseltreiber leben. Wir gehen in einem gemütlichen Restaurant essen. Eine Speisekarte gibt es nicht, stattdessen bitten wir die sehr sympathische Restaurantbesitzerin und Köchin etwas typisch peruanisches zu kochen. Daraufhin bekommen wir nach einer Weile ein echt tolles Menü serviert. 

Am nächsten Morgen beginnen wir mit der ersten Tagesetappe. Zunächst laufen wir zum Ende der Straße und dann die 1500m den Canyon hinunter. Die Wanderung ist schön, aber auch vor allem wegen der Hitze ziemlich anstrengend. Mittlerweile haben wir Santa Rosa Baja als Tagesziel festgesetzt. Dafür müssen wir bei Anbruch der Dunkelheit noch anstrengende 500 Höhenmeter überwinden. Am Ende des Tages haben wir elf Wanderstunden auf der Uhr. Dafür verspricht der nächste Tag bis Choquequirao entspannter zu werden. Zwar geht es noch 1000 Höhenmeter weiter hoch, dafür sind aber nur vier Stunden zu wandern. Wir erreichen also gegen Mittag den Campingplatz in der Nähe der Ruinen und genießen den freien Resttag zusammen mit einem französischen Pärchen, die mit einer teuren Tour unterwegs sind.
Für die Besichtigung der Ruinen steht uns der gesamte nächste Tag zur Verfügung. Die Ruinenanlage ist riesig, denn sie umfasst neben der Stadt selbst auch noch ein kleines angrenzendes Dorf, ein außerhalb gelegenes Priesterhaus sowie ausgedehnte Terassenanlagen. Es macht viel Spaß die Ruinen zu erkunden und über die Lebens- und Arbeitsweisen der Inka zu rätseln und philosophieren. Zudem ist es sehr angenehm, dass die Stätte im Gegensatz zu den zu erwartenden Menschenmassen am Machu Picchu beinahe menschenleer ist. Lediglich um die 20 Touristen haben die mehrtägige Wanderung hierher auf sich genommen. Zum Abschluss des Tages gibt es noch eine saukalte Wasserfalldusche.
Am dritten Tag der Wanderung geht es nicht, wie für die meisten, zurück nach Cachora, sondern wir setzen unser Wanderung direkt zum Machu Picchu fort. Es geht weiter Richtung Yanama. Dazu müssen wir zunächst zum Pass direkt über Choquequirao auf circa 3200m, dann wieder runter auf 2000m zum Rio Blanco, um am Ende des Tages  wieder auf 3000m nach Maizal aufzusteigen. Insgesamt wieder 8 Stunden wandern. Am Morgen regnet es glücklicherweise ein wenig. So bleiben zum einen die Temperaturen niedrig, zum anderen erlischt so der Waldbrand vom Vortag auf der gegenüberliegenden Hangseite. Auf dem Weg liegen ungefähr auf halber Strecke noch einmal Inka-Terassen, wo wir eine ausgedehnte Mittagspause machen. Dort treffen wir das italienisch-australische Pärchen wieder, dass ein wenig zeitlich versetzt einen ähnlichen, jedoch geführten Trek durchführt. Kylie Flavell ist sehr begeistert von unserer Do-It-Yourself-Variante des Choquequirao-Treks. So kommt es also dazu, dass wir mit ihr ein Interview führen, dass vielleicht mal auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht werden wird. Den Zeltplatz für diese Nacht erreichen wir zwei Stunden nach Sonnenuntergang. Es ist eine einsame Kuhweide eine Viertelstunde vor Maizal.
Am nächsten Morgen gibt es ein ausgiebiges Frühstück mit Rührei, um die erschöpften Energiereserven wieder aufzufüllen. Schließlich steht uns wieder ein anstrengender sechsstündiger Aufstieg auf 4150m bevor. Unterwegs entdecken wir einige Minen, in denen einige wenige Männer mit einfachen Mitteln Silber zu Tage fördern. Bei Erreichen des Gipfels werden unsere mittlerweile ziemlich geschundenen Körper mit einer herrlichen Aussicht auf das mächtige Gebirge um uns herum und ein paar Nudeln belohnt. Der darauffolgende Abstieg nach Yanama vergeht schnell. Im Zielort finden wir für die Nacht eine sehr einfache Übernachtungsmöglichkeit in einer auf dem Land üblichen Lehmhütte. 
Am nächsten Morgen geht es um 4 Uhr mit einer unverschämt teuren Mitfahrgelegenheit nach Lucmabamba, da wir leider nicht die Zeit haben die vier oder fünf Tage bis dorthin zu laufen. Schließlich müssen wir am 12. August zum Machu Picchu. Durch den Regen geht es zum Tagesziel Llactapata, dass wir zur Mittagszeit erreichen. Das gibt uns die Gelegenheit nach fünf Tagen Tütensuppen und Instantnudeln auf gegrillte Forelle umzusteigen. Vom Campingplatz aus, der von einigen Touren bevölkert wird, kann man direkt auf Machu Picchu blicken.
Am nächsten Tag steigen wir nach Hidroeléctrica ab, von wo wir den Bahngleisen Richtung Aguas Calientes folgen. Den Campingplatz bezahlen wir vom letzten Geld im Portemonnaie.
Den 11. August, der ursprünglich als Reservetag für die Wanderung eingeplant war, steht uns nun zur freien Verfügung, so dass wir genug Zeit haben Aguas Calientes besuchen. Wir besuchen die namensgebenden Thermen, die im Nachhinein nicht wirklich der Rede wert sind, schlendern über die Souvenirmärkte und kaufen Lebensmittel für den nächsten Tag ein. Anschließend gehen wir noch ins Museum am Fuß des Machu Picchu. Das Museum ist klein jedoch durchaus sehenswert. Zudem ist es eine gute Vorbereitung für anstehende Besichtigung.
Der 12. August ist also unser Machu Picchu-Tag. Wir wachen auf, greifen uns den vorbereiteten Rucksack und stehen schon um halb 4 an der Brücke, von der aus wir um 5 Uhr den Berg erklimmen sollen. Eine weise Entscheidung, denn so gehören wir zu den ersten 100 Besuchern, die um 6 Uhr Zugang zur Stätte erhalten. Die befürchtete Taschenkontrolle bleibt aus, so dass wir doch Lebensmittel und Wasser mitnehmen können. Wir entscheiden uns nicht wie alle anderen den Pfeilen zu folgen, sondern unseren eigenen Weg zu suchen. So erkunden wir drei Viertel der Stadt ähnlich ungestört wie Choquequirao, nur mit dem Unterschied, dass Machu Picchu deutlich aufwendiger vom Dschungel freigelegt und restauriert wurde, so dass man ein noch besseres Bild vom damaligen Leben erhält. Später als wir auf den Menschenstrom stoßen, müssen wir unsere Route anpassen. Leider sind Kais Knie immer noch etwas überlastet, so dass ich den Aufstieg auf den Montaña Machu Picchu allein unternehmen muss. Von oben bietet sich eine schöne Übersicht über die Stätte. Nach der insgesamt achtstündigen Besichtigung der Stätte, die zwar touristisch, jedoch längst nicht so überfüllt war wie befürchtet, lassen wir den tollen Tag bei Pizza, Cocktails und Jenga in Aquas Calientes ausklingen.

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Cusco und Valle Sagrado

​Nach einem Tag in Arequipa mit Essen und spazieren gehen, fahren wir nach Cusco. Diesmal fahren wir mit Oltursa, einem der besseren Busunternehmen. Der Bus ist neu, wir bekommen sogar ein Abendessen umsonst, aber die folgende Nacht ist bitter kalt, denn es wird keine Heizung im Bus eingeschaltet. Stattdessen bekommt man wie im Flugzeug eine dünne Fleecedecke, die in der Nacht sogar am Fenster festfriert. Memo an mich selbst: Nächste Fahrt im Nachtbus mit Schlafsack…

Wir erreichen Cusco am Morgen des 29. Juli. Unser Hotelzimmer ist noch nicht bezugsfertig, also begeben wir uns zunächst zum Markt bei San Pedro zum Einkaufen. Zurück im Hostel wollen wir uns einen kleinen Brunch genehmigen, doch die dazugehörige Benutzung des Herds soll nur per Aufpreis möglich sein. Wir lehnen ab, da wir entgegen der Buchung schon mit zwei Einzelbetten statt einem Doppelbett vorlieb nehmen müssen. Alternativ werfen wir stattdessen den Benzinkocher auf dem Balkon an. Nach ausgedehntem Brunch ziehe ich allein durch Cusco und klappere diverse Reiseagenturen ab, so kann Kai sich noch etwas auskurieren und ihren Stimme wieder mobilisieren.
In Anbetracht der Tatsache, dass man Machu Picchu mindestens eine Woche im Vorraus buchen muss, sind wir hier erstmals gezwungen einen Aktivitätenplan festzuzurren.
So geht es am folgenden Tag erstmal auf Stadtbesichtigungstour. Auch wenn Cusco wahrscheinlich die touristischste Stadt auf dem südamerikanischen Kontinent ist, ist es dennoch schön durch die Straßen zu laufen, da die Verkäufer und Reiseagenturen nicht so aufdringlich sind wie zum Beispiel in Puno. Zudem hat der Wohlstand der Region aus Cusco eine schöne Stadt gemacht. Wir besichtigen den Sonnentempel Sacsayhuáman im Norden der Stadt. Die Anlage ist riesig, doch leider wurde sie von Spaniern abgebaut, um die eroberte Stadt mit neuen Häusern im kolonialen Stil zu befüllen. Der Aufbau der Tempelanlage symbolisiert den Kopf eines Jaguars, der durch die angrenzende Stadt als Körper komplettiert wird. Der krönende Abschluss für den sehr informativen Tag wird das Tacorestauraunt Tacomania.
An den nächsten beiden Tagen geht es mit dem Motorrad durch das Valle Sagrado. Dazu leihen wir zwei 250er Cross-Maschinen aus. Diesmal sind wir aber auf eigene Faust unterwegs. Zunächst geht es nach Pisac auf einen sehr schönen Handwerkermarkt und zur nördlich der Stadt gelegenen Bergfestung. Am zweiten Tag führt die Tour weiter nach Westen zu Inka-Stätten Moray, Salineras de Maras und Ollantaytambo. Bei letzterer handelt es sich um eine Stadt der Inka mit angeschlossener Festung und Tempelanlage. Erst bei Dunkelheit erreichen wir Cusco, da zwischen Ollantaytambo und Cusco doch schon einige Kilometer zu fahren sind.Am nächsten Morgen geht es schon früh los mit der für den Tag gebuchten Tour. Wir wollen in der Nähe des Nevando Ausangate zu den Rainbow Mountain. Nach einem mageren Frühstück geht es auf ca. 4500 mit der Wanderung los. Unsere Gruppe besteht aus 9 Leuten plus Führer und Fahrer. Während der Fahrer beim Auto bleibt, bewegt sich der Rest von uns gemeinsam mit den anderen Gruppen und individuell buchbaren Maultiertreibern den Pfad in die Berge hinauf, so dass sich die Gruppe schnell auflöst. Der Weg hinauf ist schön und trotz der Höhe ein relativ entspanntes Wandern. Immerhin gibt es keinen schweren Rucksack zu schleppen. Oben angekommen genießen wir die herrliche Aussicht auf die erstaunlich farbenfrohe Berglandschaft und den Ausangate Gletscher. Die Farben entstehen durch Oxidation verschiedener Mineralien, die hier durch die tektonische Plattenverschiebung an die Oberfläche gebracht wurden. Auf Aufruf unseres Guides treten wir den Rückweg an. Als wir das Auto erreichen, sind wir unerwarteterweise die ersten nach unserem Guide. Wir warten ca. eine Stunde bis fast alle zurück sind. Nur die beiden aus Mexiko lassen lange auf sich warten. Erst nach Stunden entscheidet sich der Guide die beiden Vermissten zu suchen, die sich zu diesem Zeitpunkt nach einem Sturz auf den Kopf bereits fast den gesamten Weg ohne Hilfe zurückgequält haben. Zu allem Überfluss müssen wir auch noch feststellen, dass unser schwarzer Poncho aus dem Auto geklaut wurde in dem unser Fahrer angeblich die ganze Zeit über geschlafen hat.
Der 3. August ist unser vorerst letzter Tag in Cusco. Für den Morgen des Tages haben wir uns noch vorgenommen nach Tipon zu fahren. Tipon ist ähnlich wie Moray eine landwirtschaftliche Experimentierstätte. Die Inka erforschten hier die besten klimatischen Wachstumsbedingungen für unter anderem diverse Kartoffel- und Maissorten. Dabei nutzten sie ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit über- und unterirdischen Kanälen, das heute noch intakt ist. Nach dieser sehr lehrreichen Besichtigung, verlassen wir Cusco für unseren Trek zum Choquequirao.

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Cañón del Colca

​Am 22.7. geht es dann mit dem Bus zum Cañón del Colca. Wieder einmal haben wir uns dazu entschlossen, eine geführte Tour auszulassen und auf eigene Faust die Gegend zu erkunden. Noch am Busterminal in Arequipa lernen wir eine deutsche Familie kennen, die gerade auf dem Weg in den Canyon ist. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass wir uns in Cabanaconde einen Campingplatz suchen, um am nächsten Tag in den Canyon hinabzusteigen, doch als wir erfahren, dass die Familie in der Granja del Colca in der Nähe vom Cruz del Condor unterkommt, ändern wir unsere Pläne. Die Aussicht auf einen schönen, sicheren Campingplatz ist zur fortgeschrittenen Stunde doch sehr verlockend. In der Tat ist die Granja ein toller Ort zum Verweilen, was neben der schönen Anlage und der herrlichen Ausblick auch an dem sehr leckeren Essen liegt. 

Nachdem wir am Morgen den Segen des Berges empfangen haben, brechen wir auf. Nicht nur am Cruz del Condor, sondern im gesamten Canyon nutzen diese großen Vögel die starke Thermik im Canyon zum morgendlichen Aufstieg. Unser Weg führt uns entlang eines kleinen Kanals nach San Miguel. Unerwarteterweise gehen wir nicht alleine, denn wir werden stundenlang von einem Hund begleitet, der uns den Weg zeigt. Soviel zum Thema ungeführte Tour… 😉 In San Miguel beginnt dann der Abstieg in den Canyon, der den Rest des Tages in Anspruch nimmt, so dass wir bei Anbruch der Dunkelheit San Juan erreichen. Für die Nacht gesellen wir uns zu zwei Franzosen auf eine kleine Wiese abseits vom Dorf.
Am nächsten Morgen machen wir uns auf in Richtung Sangalle, der sogenannten Oase im Canyon, die mit Swimmingpool lockt. Wir wählen einen Pfad, der versucht so tief wie möglich im Canyon zu bleiben, der uns jedoch einmal in eine Sackgasse führt. Als wir umkehren, bringt uns eine Wandergruppe mit einem etwas aufdringlichen Führer wieder auf Kurs. Der Abend in Sangalle ist dann dank des Swimmingpools eine echte Wohltat.
Am nächsten Morgen geht es dann nach einem Frühstück mit Pancakes relativ spät weiter. Wir wollen nach Fure und müssen dazu zunächst auf die Höhe um von dort einem ausgesetzten Höhenweg mit herrlichen Ausblicken zu folgen. Bei Anbruch der Dunkelheit erreichen wir Fure. Der Ort bietet entgegen unserer Erwartung weder Campingplatz noch Hostel. Stattdessen befinden wir uns in einer Geisterstadt, in der sich außer der sechs Menschen am Ortseingang und zwei Hunden nur wahrscheinlich verlassene Hütten befinden. Mir ist nicht ganz wohl bei der Sache hier im Dorf wild zu zelten, so dass wir uns dazu entschließen am Ortseingang einen Obolus fürs Zelten zu hinterlassen, in der Hoffnung, dass dies nächtlichen Besuchen entgegenwirkt. Im Nachhinein zugegebenermaßen ein wenig paranoid.
Nach einer kurzen Nacht, die natürlich ohne Vorkommnisse verläuft, brechen wir früh auf. Wir erreichen das Ende des Nebencanyons, in dem Fure liegt. Dort werden wir von einem großen Wasserfall empfangen. Nun geht es wieder zurück über Fure nach Llahuar. Dort treffen wir auch einen echten Campingplatz an, dessen Swimmingpool dem Namen Aguas calientes alle Ehre macht.
Nach vier anstrengenden Wandertagen, treten wir von Llahuar unseren Rückweg per Bus nach Arequipa an. Da wir in Chivay keinen direkten Anschluss bekommen, bietet sich noch die Gelegenheit mit einer Drahtseilrutsche durch den Canyon zu segeln.

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Arequipa

​Nach einer fast halbtägigen und teilweise abenteuerlichen Busfahrt von Conima über Juliaca, erreichen wir Arequipa. Mittlerweile ist Hochsaison, so dass wir nicht mehr ganz so frei in unserer Hostelwahl sind wie erwartet. Doch wir finden mit Los Andes ein sehr schönes Hostel im Zentrum. Hier gibt es Duschen mit dauerhaft heißem Wasser und ordentlich Druck auf der Leitung. Außerdem werden morgens sogar echte französische Croissants für einen guten Zweck verkauft. Die Bäckerei Rayo del Sol (www.facebook.com/PanaderiaFrancesaRayoDeSol/) unterstützt mit dem Erlös eine Schule in den Slums von Arequipa. 

Am ersten Tag in Arequipa machen wir uns einen Überblick über die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Am Vormittag des zweiten Tages geht es zum Wildwasserrafting im Rio Chilli mit Stromschnellen bis zur Stufe 4, was auch immer das bedeuten soll. Am Nachmittag laufen wir mit einer Free Tour durch die Stadt. Vor allem die Gebäude und Kirchen sind sehr interessant, deren Verzierungen geschickt christliche mit teilweise damals verbotenen indigenen Symbolen verheiraten. Ganz bizarr wird es jedoch, als wir in einem Laden eine Frau mit ihrem Kind quasi ausgestellt sehen, während sie sehr aufwendig mit der Hand webt. Wir fühlen uns wie in einem menschlichen Zoo. Es dauert ein wenig bis wir verstehen, dass die Frau glücklich ist dort einmalig für 30 Tage zu arbeiten, denn dies ist Teil einer Vereinbarung zum Schutz der indigenen Lebensweise ihrer Region in dieser kapitalistischen Welt. Anderen Ureinwohnern geht es dabei viel schlechter, da ihnen und ihren Kindern oft nur das Leben auf den Straßen der modernen Städte bleibt, um sich dort als Schuhputzer oder Ramschverkäufer zu verdingen.
Den Morgen des nächsten Tages verbringen wir mit den Pferden Nacho und Nera. Es ist mein erster Ausritt, während Kai schnell ihre in Snåsa gewonnenen Fähigkeiten reaktiviert. Am Nachmittag besuchen wir noch ein sehr spannendes Museum zum Thema Opferungen von adligen Kindern im Inka-Reich, deren Körper aufgrund der eiskalten Temperaturen auf den Gletschern noch sehr gut erhalten sind. So lernen wir heute Juanita kennen. Beim Abendessen probieren wir lokale Köstlichkeiten, die man bei uns eher als Haustier kennt. Doch wir halten fest einfach zu wenig dran an so einem Meerschweinchen.

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Das Ostufer des Titicacasees

Wir erreichen unseren Zielort Moho am Abend des 14. Juli mit dem Kleinbus. Direkt am Platz liegt unser schlichtes Hotel. Wie wir erwartet haben, gibt es außer uns keine Gringos auf der Ostseite des Titicacasees. So verwundert es uns auch nicht, dass wir am nächsten Morgen zu Beginn unserer Wanderung viel Interesse auf uns ziehen. Wir begegnen vielen freundlichen Menschen, die gerade ihr Vieh zum Markt nach Moho bringen. Häufig unterhalten wir uns kurz und berichten, dass wir nach Cambria möchten. Der Weg führt uns unerwarteterweise einen kleinen Hügel hinauf, von dem aus wir einen herrlichen Blick auf den See haben. Erschöpft und hungrig entschließen wir uns eine ausgedehnte Mittagspause zu machen, bevor wir die letzten Kilometer nach Cambria bestreiten. Wir erreichen das Dorf bei Sonnenuntergang, müssen jedoch feststellen, dass wir hier entgegen der Beschreibung im Rother Wanderführer keine Unterkunft antreffen. Die Bewohner schicken uns weiter im das fünf Kilometer entfernte Conima. Dort am Platz soll es ein Hotel geben. Es ist schon dunkel als wir mit unseren viel zu schweren Rucksäcken das geänderte Tagesziel erreichen. Doch ein Hotel sehen wir nicht. Ein Einheimischer schickt uns zu einem Laden, in dessen Hinterhof die Besitzerin wohnt. Dort gibt es tatsächlich ein Zimmer für uns.
Für den nächsten Tag planen wir eine kleine Wanderung ohne Gepäck nach Sillani. Am Marktplatz kommt ein Mann auf uns zu, der sich mit uns unterhalten möchte, doch schnell wittern wir den tatsächlichen Grund seines Interesses. Er könne uns die Gegend zeigen, bietet er uns an. Er winken ab. Soll es doch so weitergehen wie in Puno?! Wir wandern durch die wunderschön Natur auf eigene Faust nach Sillani, um die Präinka-Ruinen zu besichtigen.
Dort steht auf einem Schild, dass wir Eintritt bezahlen sollen, doch nirgends ist ein Kassenhäuschen zu sehen. Stattdessen erblicken wir einen Mann der eilig aus dem Dorf gelaufen kommt. Dieser will, dass wir auf seinen Kumpel warten. Wir gehen schon mal vor in die Ruine, wo uns sein Kumpel einholt. Dieser zeigt uns nun die Stätte und erfindet dabei teilweise haarsträubende Geschichten. Unter anderem zeigt er uns angeblich über 500 Jahre alte Knochen, die seltsamerweise noch überhaupt nicht verrottet sind. Am Ende seiner kleinen Tour fragen wir ihn nach dem Preis. Nach kurzer Überlegung verlangt er absolut unverschämte 50 Soles (13 Euro). Wir geben ihm mit 15 Soles (4 Euro) immernoch zu viel Geld, denn auch wenn wir seine Motivation bei dieser einfachen Lebensweise nachvollziehen können, möchten wir uns mit dieser Art und Weise Touristen auszunehmen nicht anfreunden. Zurück in Conima, verbringen wir noch einen gemütlichen Abend mit unseren wirklich sehr netten Gastgebern im Hof, die uns nochmal zeigen, dass nicht alle Menschen hier von Habgier gelenkt werden…

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Puno

​Wir erreichen Puno nach einer mehrstündigen Fahrt in einem fast leeren Bus. Mittlerweile ist es für uns Routine, dass große Überlandbusse die schnellsten Fahrzeuge auf den Straßen sind. Als erstes brauchen wir Geld vom Automaten, bevor wir ein Hostel suchen können. Doch schon im Bus versucht man uns eine Unterkunft aufzuschwatzen. Auch am Busbahnhof lauern schon die Tourenanbieter auf uns. Sie sind dreist und nervig, aber das kennt man ja in schwächerer Form. Am Ende landen wir in einem Taxi, in dem uns ein Fernando zum Gran Puno Inn bringt. Wir zahlen 50 Soles (13 Euro) inklusive Frühstück zur Enttäuschung des Hotelbesitzers und auch Fernando muss ohne eine Tour zu verkaufen nach Hause gehen. 

Am nächsten Tag schauen wir uns ein wenig in Puno um. Die Innenstadt ist sauber und schön, genauso wie die Kirche am Plaza de Armas. Um das Zentrum herum, das altbekannte Bild aus gedrängten, dreckigen Straßen. Etwas ist doch anders als in Bolivien. Zum Beispiel ist der Markt sortiert nach Gemüse, Obst,  Fleisch, Geflügel, etc.. Am Nachmittag geht es dann ohne Tour nach Los Uros. Dabei handelt es sich um ein Volk, dass auf dem Titicacasee lebt. Es macht sich dabei die schwimmende Eigenschaft der Schilfwurzeln zu Nutze, um schwimmende Inseln zu bauen. Um die 90 dieser Inseln bilden ein ganzes Dorf. Die Ingenieurskunst und das enge Zusammenleben mit der Natur (mittlerweile gibt es sogar Solarenergie) ist beeindruckend. Doch auch sie leben lediglich vom Tourismus und schicken sogar ihre Kinder auf die Boote zum bettelnden Singen.
Den Rest des Tages und auch nächsten Tag verbringen wir im Hotel, denn wir sind einfach platt. Vielleicht sind es aber auch die Folgen eines Sonnenstichs.
Tagsdrauf geht es dann aber an die Ostseite des Sees, wo wir eine Welt erwarten die nicht vom Tourismus geprägt ist. Zuvor müssen wir noch Benzin für den Kocher kaufen. Auf der Suche nach der Tankstelle versucht uns dann ein anfänglich hilfsbereiter Mann einen halben Liter zum Preis einer Galone zu verkaufen. Wir lehnen ab und finden kurz darauf die Tankstelle mit dem unkomplizierten Tankwart…

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Copacabana

​In Copacabana am Titicacasee beziehen wir das Hotel Lago, in dem wir auch ein günstiges Zimmer mit Seeblick bekommen, nachdem wir angekündigt haben auf unbestimmte Zeit zu bleiben. Nach einem witzigen Abend im Restaurant beschließen wir noch in der Dunkelheit die beiden Pilgerhügel zu besteigen, wo wir den nächtlichen Ausblick auf den See genießen. Als wir ins Hotel zurück wollen, entsteht noch einmal kurz Aufregung, da sich das Hotel nicht an seine eigenen Schließzeiten hält. 

Am nächsten Morgen geht es mit dem Boot auf die Isla del Sol mit ihren Inka-Stätten und schönen Aussichten, die wir zu Fuß in knapp 5 Stunden umrunden. Dabei versteht sich von selbst, dass einem unterwegs dreimal von Wegelagerern aufgelauert wird, die eine Eintrittskarte zur Unterstützung der jeweiligen Gemeinde verkaufen. Hübscher Nebenverdienst, ich glaube, das sollte ich auch mal machen…
Am 11. Juli, also genau 30 Tage nach unserer Einreise nach Bolivien, läuft auch dort unser Visum ab. Wir entschließen uns noch einen Tag mit Wassersport und ausspannen zu verbringen, bevor uns der Bus nach Peru bringen soll. Wir beginnen mit Wassermotorsport und mieten ein JetSki mit dem wir eine halbe Stunde durch die Bucht düsen.
Nach etwas Ausspannen geht es dann ambitioniert zum Kayak-Verleih. Wir handeln 2,5 Stunden aus und wollen los. „Nicht nach rechts aus der Bucht raus, wo die Boote zur Isla del Sol fahren.“ Das war auch nicht unsere Absicht. Wir wollen nach links zur Landzunge. Dazu fahren wir zunächst raus auf den See, um später eine Schleife am Ufer zurück zu nehmen. Die Stimmung ist gut, abgesehen von dem ein oder anderen Wasserspritzer, bis wir nach gut einer Stunde Geradeausfahrt, ein Motorboot erkennen, dass Kurs auf uns nimmt. Die Küstenwache hat offensichtlich ein Problem mit unserem Kurs und bittet uns umzukehren, dem wir auch nachkommen. Nach knapp 5 Minuten scheint es so, als ob sich das Trio an Bord des Motorbootes es anders überlegt hat, denn es fordert uns auch nach beharrlicher Diskussion unsererseits auf an Bord des Motorbootes zu steigen. Wir erfahren, dass man seitens der Küstenwache nur im Bereich der weißen Pontons paddeln darf, ein lächerlich kleiner Bereich nicht größer als ein übliches Strandschwimmbad. An Land beschlagnahmt sie entgegen initialer Andeutung das Boot. Die Küstenwache will keine Strafe von uns, sondern nach eigener Aussage nur den Kayak-Verleih belehren. Wir holen die Frau vom Verleih, die sichtlich Bammel hat, vor dem was da kommen mag. Gemeinsam laufen wir zurück zur Station der Küstenwache, doch in der Zwischenzeit hat sich der Captain überlegt, dass er zur Bank muss. Das Boot bleibt beschlagnahmt und die Frau muss später wiederkommen. Ob das dann auch frei von Folgen bleibt, werden wir nie erfahren, denn auf uns wartet in ein paar Stunden der Bus nach Puno.

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La Paz

​Nach einem Wieder-fit-werde-Tag in Rurrenabaque geht’s wieder mit den Flieger nach La Paz. Wir übernachten im Onkel Inn in der Innenstadt fernab von problematischen Stadtvierteln. Unser privates Zimmer dort ist jedoch nur semiprivat, denn es ist lediglich durch nicht durchgängige Fenster vom Massenlager getrennt. An diesem Abend gönnen wir uns nach langer Entbehrung ein paar Teller Müsli mit Schokoschrott.  Für den ersten Tag in La Paz sind vor allem zwei Dinge geplant: Handy reparieren und die MTB-Tour die Ruta de la Muerte (Death Road) hinunter buchen. Die Suche nach dem Reparatur Service gestaltet sich zunächst etwas schwierig. In der Straße, in der sich alle Técnicos die Klinke in die Hand geben sollen, findet sich keine Hilfe. Die einen kommen erst ab 4 Uhr nachmittags, ein anderer lehnt mein Handymodell ab und der letzte schickt uns in die Calle Comercio. In dieser Straße finden wir schließlich Hilfe. Técnico Daniel nimmt sich dem Problem an und verspricht Hilfe bis zum Nachmittag. Das ging ja einfach. Wir nutzen die Zwischenzeit um uns noch ein wenig die Stadt anzusehen und um die Tour zu buchen. Die Stadt ist echt riesig und leidet wie viele Großstädte an einer Krankheit. Verkehr. Und das obwohl es kaum Individualverkehr gibt sondern fast nur Taxis und Minibusse die Straßen verstopfen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Ampeln und Vorfahrt konsequent ignoriert werden. Wir besichtigen die prunkvolle Kathedrale und den Hexenmarkt, wo man allerlei Wundermittel kaufen kann, die häufig eine potenzsteigernde oder aphrodisierende Wirkung versprechen. Die Touren kosten bei fast allen Anbietern dasselbe sofern man keine großen Ansprüche an die Qualität und Neuartigkeit der Räder stellt. Da die Ruta de la Muerte mit Autos, Bussen und Lastwagen befahren wird, sollte ein Hardtail mit hydraulischen Scheibenbremsen wohl vollkommen ausreichen. So gibt es nur ein Auswahlkriterium: Das beste T-Shirt-Design. Wir entscheiden uns schlussendlich für einen Anbieter mit ordentlichem Design, der uns zudem eine Motorrad-Tour für den darauf folgenden Tag organisiert. Dummerweise finden wir nur 5 Minuten nachdem wir bezahlt haben ein viel cooleres Design. Naja, shit happens. In der Zwischenzeit sollte auch das Handy repariert worden sein, jedoch vertröstet uns Daniel zweimal an diesem Tag, dass er die benötigten Ersatzteile nicht hat und erst bei anderen Reparatur-Servicen nachfragen muss. Wir müssen also die Tage wiederkommen.

Am 5.7. geht es dann zur Ruta de la Muerte. Sie ist ein etwa 47km langes Teilstück der Straße, die La Paz und Coroico verbindet, und ist als gefährlichste Straße der Welt berüchtigt. Die Straße führt meist ungesichert an einer steilen Klippe vorbei. Die Schotterstraße ist dabei so eng, dass man auf diesem Teilstück Linksverkehr einsetzt. So können die Fahrer bei Gegenverkehr besser sehen wie viele Zentimeter sie noch vom Abhang entfernt sind. Der ein oder andere hat dort in der Vergangenheit fatale Fehler gemacht. Doch das hat der Straße nicht ihren Namen gegeben. Dieser kommt vielmehr vom Bau der Straße Anfang des letzten Jahrhunderts, bei dem Kriegsgefangene aus Paraguay bis zur Erschöpfung arbeiten mussten, um anschließend die bis zu 300 Meter hohe Klippe heruntergestoßen zu werden. Heute wird sie wegen der neuen, aber längeren Umgehung kaum mehr befahren. Lediglich Touristen finden sich hier in Scharen ein. Unsere Tour wird von Martin aus Dresden geleitet und führt zunächst 20 km die neue Straße auf Asphalt hinunter. Anschließend geht es per Bus zum eigentlichen Beginn der Death Road, der beinahe mysthisch im Nebel liegt. Nach einigen der insgesamt mehr als 3000 zu überwindenden Höhenmetern, eröffnet sich der Blick ins Tal. Die Strecke ist wie angenommen technisch einfach, jedoch erfordert sie einiges an Konzentration, da sie sehr holprig und teilweise nass und rutschig ist. Genau das wird Kai zum Verhängnis, so dass es zu einem spektakulär aussehenden, aber glimpflich verlaufenden Sturz auf der Bergseite kommt. Einmal kurz die Prellung an der Hüfte begutachtet, Zähne zusammen gebissen und weiter geht’s. Kurz darauf tut es ihr einer der Brasilianer aus unserer insgesamt 6-köpfigen Gruppe gleich. Wir fahren bis ins Tal und werden dort von einem Buffet und Swimming Pool erwartet. Anschließend geht es wieder per Bus die neue Straße im dichten Nebel zurück nach La Paz.

Der nächste Tag verspricht ähnlich spektakulär zu werden, denn es geht zunächst mit dem Bus nach Mallasa, wo wir mit Guerrero Tours eine geführte Motorrad-Tour machen. Kurz die Schutzkleidung anprobiert und rauf auf die 400er Motocross-Maschinen aus dem Hause Honda. Die Maschine sind sehr puristisch, denn die einzige Amatur im Cockpit ist der Kilometerzähler. Kein Blinker, keine Hupe, kein Tacho, kein Drehzahlmesser. Also die Maschinen kurz per Kickstarter angetreten und ab dafür. Die Route führt durch einige kleinere Ort, zunächst über Asphalt und dann über Schotter. Die Straße ist recht eng und man muss einige Male entgegenkommenden Bussen Platz machen. Nach gut einer Stunde erreichen wir das Valle del Sol, wo wir unsere Route anpassen, so dass wir ein wenig in die weniger befahrenen Berge kommen. Die Schotterstraße windet sich wunderschön den Berg mit hinauf und wir genießen die tollen Aussichten. Oben angekommen geht es über eine breite, holprige Schotterstraße mit gut durchgerüttelten Handgelenken über die Hochebene zum Aussichtspunkt über dem Valle de la Luna. Auf dem Weg hinunter tausche ich meine Maschine mit dem Guide, da sie irgendwelche Probleme mit der Verbrennung hat, so dass ich die letzten Kilometer zum Startpunkt zurück noch auf der 250er bewältige. Sehr gut gelaunt geht es per Bus wieder nach La Paz. Nach einem sehr interessanten Besuch im Coca-Museum, schauen wir nochmal bei Daniel vorbei, der mittlerweile einige defekte Ersatzteile einbauen konnte. Wir geben im noch einen Tag Zeit zum Suchen, ansonsten soll er das Ersatzteil mit dem kaputten Mikrofon einbauen. Das braucht man ja bei einem Smartphone eh nicht wirklich…

An diesem nächsten Tag bleiben wir wetterbedingt in La Paz. Zunächst wechseln wir in den Schlafsaal, da unserer semiprivates Zimmer reserviert ist. Später fahren mit der Gondel zum Markt in El Alto, der eher wie ein Trödelmarkt wirkt. Wir drucken und versenden Unterschriften für ModuleWorks und besuchen nach dem Fußballspiel Deutschland – Frankreich nochmal Daniel, der gerade das unerwarteterweise funktionierende Ersatzteil einbaut. Der Preis bleibt bei den vereinbarten 350 Bs, dennoch gibt es für seine Mühen Trinkgeld. Den Abend lassen wir in der Boulder-Halle El Muro ausklingen, die deutlich kleiner und einsamer ist als erwartet. Auf knapp 14 Quadratmetern trainieren wir bis El Muro schließt.
Am Freitag, dem 8. Juli, fahren wir nach Cumbre Coroico, dem Pass nach Coroico auf 4600 m , zum Wandern. In unserem Wanderführer haben wir uns eine Kombination aus einer 5-Seen-Wanderung und einem Aufstieg auf 5000m ausgeguckt. Wir folgen der Wanderbeschreibung, die teilweise schwierig zu interpretieren ist, den Cerro Saturno hinauf, der aufgrund des Niederschlags am Vortag auf den letzten 200 Höhenmetern schneebedeckt ist. Kai setzt ihre Pechsträhne fort und rutscht unglücklich auf einer gefrorenen Platte aus und schneidet sich in den Finger. Wir verarzten die Wunde mit dem was wir dabei haben: Klopapier und dem Kaputzenbändchen meines Pullovers. Dort fällt uns auch auf, dass wir die Sonnencreme im Tal vergessen haben. Wir genießen die Aussicht auf dem wahrscheinlich etwas höheren Nachbargipfel des Cerro Saturno nach dem anstrengenden Aufstieg mit dünner Luft und steigen anschließend durch das Schnee- und Geröllfeld zu den Seen hinab. Wir beenden unsere schöne Wanderung in der Nähe des Passes, an einem Ort an dem sich ein kleines Nomadenvolk niedergelassen zu haben scheint. Wir halten einen Bus an und fahren zurück nach La Paz für unsere letzte Nacht. Bevor es nach Copacabana am Titikakasee geht, besuchen wir noch den Friedhof in La Paz, wo man doch einige eigentümliche Gräber findet.

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Madidi National Park

Unsere letzten beiden Tage in Santa Cruz sind wenig spektakulär, denn leider können wir hier nicht mehr viel machen. Es ist Sonntag, so dass wir keine Reiseagentur kontaktieren können mit der wir noch in den Amboro National Park fahren könnten. Leider darf man diesen Park nur mit einem Führer betreten. Am darauffolgenden Montag wollen wir den Zoo besuchen, doch leider hat der montags geschlossen. Im Endeffekt, bummeln wir mit Yvonne, die wir im Jodanga Hostel kennen gelernt haben, durch die Stadt und kochen gemeinsam. Außerdem, schaffen wir es noch eine viertägige Dschungel-Tour im Madidi National Park zu buchen. Der Park ist deutlich weiter im Norden, so dass sich die Landschaft klimatisch bedingt deutlich von San Miguelito unterscheiden muss. Wir entscheiden uns aufgrund von Nicks Empfehlung für die Madidi Ecologde, die angenehmerweise Organisation bezüglich der zu buchenden Flüge. Die Flüge sind zwar nicht sonderlich teuer, aber dennoch ein unerwarteter Angriff auf das Reisebudget. Andererseits ersparen sie uns insgesamt ca. 48 Stunden Busfahrt.
Am Abreisemorgen werden wir unschön geweckt, denn es riecht verbrannt in unserem Zimmer. Der USB-Port meines Handys oder das verwendete Ladekabel haben in der Nacht Feuer gefangen, jedenfalls ist beides nicht mehr zu gebrauchen… Die Reiseroute geht über La Paz nach Rurrenabaque. Die letzte Etappe wird in einer Propeller-Maschine für 16 Personen durch geführt. Wir werden am winzigen Flughafen abgeholt und fahren zum Reiseveranstalter, um die Flüge und die Tour zu bezahlen, denn bisher wurde alles vom Veranstalter vorgestreckt. Den Rest des Tages schlendern wir durch den Ort, der auch kurz Rurre genannt wird. Rurre ist vollkommen auf Tourismus eingestellt. Überall gibt es Bars, Restaurants, Hostels und Reiseagenturen. Etwas außerhalb vom Ort befindet sich noch ein Aussichtspunkt auf einem Hügel, den wir ansteuern. Der Weg ist sehr steil und man spürt schnell die veränderten klimatischen Bedingungen.
Am Mittwoch, dem 29. Juni, geht es dann in den National Park. Zunächst geht es knapp drei Stunden mit Boot flussaufwärts. Der Wasserstand ist teilweise ziemlich flach, so dass ein zweiter Bootsmann bei langsamer Fahrt vorne mit einem Stock die Tiefe der Fahrrinne prüft. Auf der Bootsfahrt lernen wir Heidi und Ben aus Neuseeland kennen. Wir werden mit den beiden zusammen die Aktivitäten der nächsten Tage durchführen. Als wir die Lodge erreichen, werden wir direkt von Antonio empfangen, der direkt neugierig an uns herumschnuppert. Antonio ist ein Tapir und lebt freiwillig in der Ecolodge, seitdem er hier aufgepeppelt wurde. Noch bevor wir unsere Zimmer beziehen, werden schon die ersten Affen gesichtet. Eigentlich hatten wir nur ein privates Zimmer mit Gemeinschaftsbad gebucht, doch da die Agentur nicht mehr wie angekündigt den günstigsten Flug buchen konnte, wurden wir auf eiin privates Zimmer mit privatem Bad hochgestuft. Im Detail heißt das, dass wir in eine eigene kleine Hütte ziehen, die ein wenig abseits im Dschungel liegt. Um die Lodge herum gibt es einige Trails, von denen wir einen an diesem Nachmittag mit unserem Guide Orlando, entlanglaufen. Man merkt deutlich, dass sich die Vegetation von der in San Miguelito unterscheidet. Während es in San Miguelito vor allem viele Büsche und Sträucher gab, gibt es hier viel mehr Bäume, die teilweise echt groß sind. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Strangeling Ficus. Es ist eine Rankpflanze, die an einem Wirtsbaum hinaufklettert bis sie ihn schließlich erwürgt und einhöhlt. Auch am Vormittag des zweiten Tages laufen wir einen der Pfade entlang, doch haben wir an diesem Morgen weniger Glück und sehen kaum Tiere, obwohl wir intensiv nach ihnen suchen. Für den Nachmittag haben wir uns allerdings eine Alternativtätigkeit ausgesucht. Es geht zum Tubing, d.h. in einem aufgeblasenen LKW-Schlauch den Fluss hinunter. Da der Fluss ein paar Stromschnellen hat, ist auch der Spaßfaktor entsprechend hoch. Anschließend basteln wir noch etwas Schmuck aus verschiedenen Nüssen und Kernen.
Am dritten Tag muss Kai leider aussetzen, da sie vom Lebensmittelvergiftungsteufel heimgesucht wird. Am Vormittag mache ich noch einen Trail mit Orlando, Ben und Heidi, den man per Boot erreichen muss. Wir haben Glück und sehen eine große Gruppe Squirrel Monkeys und Kapuzineräffchen, die gemeinsam direkt vor uns den Weg kreuzen. Per Tubing gehts’s dann wieder zurück zur Lodge. Kai geht es leider immernoch nicht besser, so dass am Nachmittag nur noch Orlando und ich zusammen einen Trail um die Lodge herum laufen. Auch wenn wir nichts entdecken, gefällt mir dieser Trail ganz gut, da er sich an einem ausgetrockneten Fluss und einen Berg hinauf schlängelt. Zudem laufe ich heute mit dem Spider Stick voraus. Nunja, vielleicht ist das auch der Grund warum wir heute nichts finden… Erst gegen Abend geht es Kai wieder etwas besser. Jetzt heißt es vorsichtig essen und wieder zu Kräften kommen. Deshalb wählen wir für den letzten Morgen ein entspannteres Programm. Es geht zum Piranhafischen an einen Tümpel auf der anderen Flussseite. Die Piranhas knabbern auch fleißig unsere Fleischköder an, doch leider will keiner wirklich zu beissen, so dass wir unverrichteter Dinge am Nachmittag wieder nach Rurre aufbrechen.

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