Das Ostufer des Titicacasees

Wir erreichen unseren Zielort Moho am Abend des 14. Juli mit dem Kleinbus. Direkt am Platz liegt unser schlichtes Hotel. Wie wir erwartet haben, gibt es außer uns keine Gringos auf der Ostseite des Titicacasees. So verwundert es uns auch nicht, dass wir am nächsten Morgen zu Beginn unserer Wanderung viel Interesse auf uns ziehen. Wir begegnen vielen freundlichen Menschen, die gerade ihr Vieh zum Markt nach Moho bringen. Häufig unterhalten wir uns kurz und berichten, dass wir nach Cambria möchten. Der Weg führt uns unerwarteterweise einen kleinen Hügel hinauf, von dem aus wir einen herrlichen Blick auf den See haben. Erschöpft und hungrig entschließen wir uns eine ausgedehnte Mittagspause zu machen, bevor wir die letzten Kilometer nach Cambria bestreiten. Wir erreichen das Dorf bei Sonnenuntergang, müssen jedoch feststellen, dass wir hier entgegen der Beschreibung im Rother Wanderführer keine Unterkunft antreffen. Die Bewohner schicken uns weiter im das fünf Kilometer entfernte Conima. Dort am Platz soll es ein Hotel geben. Es ist schon dunkel als wir mit unseren viel zu schweren Rucksäcken das geänderte Tagesziel erreichen. Doch ein Hotel sehen wir nicht. Ein Einheimischer schickt uns zu einem Laden, in dessen Hinterhof die Besitzerin wohnt. Dort gibt es tatsächlich ein Zimmer für uns.
Für den nächsten Tag planen wir eine kleine Wanderung ohne Gepäck nach Sillani. Am Marktplatz kommt ein Mann auf uns zu, der sich mit uns unterhalten möchte, doch schnell wittern wir den tatsächlichen Grund seines Interesses. Er könne uns die Gegend zeigen, bietet er uns an. Er winken ab. Soll es doch so weitergehen wie in Puno?! Wir wandern durch die wunderschön Natur auf eigene Faust nach Sillani, um die Präinka-Ruinen zu besichtigen.
Dort steht auf einem Schild, dass wir Eintritt bezahlen sollen, doch nirgends ist ein Kassenhäuschen zu sehen. Stattdessen erblicken wir einen Mann der eilig aus dem Dorf gelaufen kommt. Dieser will, dass wir auf seinen Kumpel warten. Wir gehen schon mal vor in die Ruine, wo uns sein Kumpel einholt. Dieser zeigt uns nun die Stätte und erfindet dabei teilweise haarsträubende Geschichten. Unter anderem zeigt er uns angeblich über 500 Jahre alte Knochen, die seltsamerweise noch überhaupt nicht verrottet sind. Am Ende seiner kleinen Tour fragen wir ihn nach dem Preis. Nach kurzer Überlegung verlangt er absolut unverschämte 50 Soles (13 Euro). Wir geben ihm mit 15 Soles (4 Euro) immernoch zu viel Geld, denn auch wenn wir seine Motivation bei dieser einfachen Lebensweise nachvollziehen können, möchten wir uns mit dieser Art und Weise Touristen auszunehmen nicht anfreunden. Zurück in Conima, verbringen wir noch einen gemütlichen Abend mit unseren wirklich sehr netten Gastgebern im Hof, die uns nochmal zeigen, dass nicht alle Menschen hier von Habgier gelenkt werden…

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