Cusco und Valle Sagrado

​Nach einem Tag in Arequipa mit Essen und spazieren gehen, fahren wir nach Cusco. Diesmal fahren wir mit Oltursa, einem der besseren Busunternehmen. Der Bus ist neu, wir bekommen sogar ein Abendessen umsonst, aber die folgende Nacht ist bitter kalt, denn es wird keine Heizung im Bus eingeschaltet. Stattdessen bekommt man wie im Flugzeug eine dünne Fleecedecke, die in der Nacht sogar am Fenster festfriert. Memo an mich selbst: Nächste Fahrt im Nachtbus mit Schlafsack…

Wir erreichen Cusco am Morgen des 29. Juli. Unser Hotelzimmer ist noch nicht bezugsfertig, also begeben wir uns zunächst zum Markt bei San Pedro zum Einkaufen. Zurück im Hostel wollen wir uns einen kleinen Brunch genehmigen, doch die dazugehörige Benutzung des Herds soll nur per Aufpreis möglich sein. Wir lehnen ab, da wir entgegen der Buchung schon mit zwei Einzelbetten statt einem Doppelbett vorlieb nehmen müssen. Alternativ werfen wir stattdessen den Benzinkocher auf dem Balkon an. Nach ausgedehntem Brunch ziehe ich allein durch Cusco und klappere diverse Reiseagenturen ab, so kann Kai sich noch etwas auskurieren und ihren Stimme wieder mobilisieren.
In Anbetracht der Tatsache, dass man Machu Picchu mindestens eine Woche im Vorraus buchen muss, sind wir hier erstmals gezwungen einen Aktivitätenplan festzuzurren.
So geht es am folgenden Tag erstmal auf Stadtbesichtigungstour. Auch wenn Cusco wahrscheinlich die touristischste Stadt auf dem südamerikanischen Kontinent ist, ist es dennoch schön durch die Straßen zu laufen, da die Verkäufer und Reiseagenturen nicht so aufdringlich sind wie zum Beispiel in Puno. Zudem hat der Wohlstand der Region aus Cusco eine schöne Stadt gemacht. Wir besichtigen den Sonnentempel Sacsayhuáman im Norden der Stadt. Die Anlage ist riesig, doch leider wurde sie von Spaniern abgebaut, um die eroberte Stadt mit neuen Häusern im kolonialen Stil zu befüllen. Der Aufbau der Tempelanlage symbolisiert den Kopf eines Jaguars, der durch die angrenzende Stadt als Körper komplettiert wird. Der krönende Abschluss für den sehr informativen Tag wird das Tacorestauraunt Tacomania.
An den nächsten beiden Tagen geht es mit dem Motorrad durch das Valle Sagrado. Dazu leihen wir zwei 250er Cross-Maschinen aus. Diesmal sind wir aber auf eigene Faust unterwegs. Zunächst geht es nach Pisac auf einen sehr schönen Handwerkermarkt und zur nördlich der Stadt gelegenen Bergfestung. Am zweiten Tag führt die Tour weiter nach Westen zu Inka-Stätten Moray, Salineras de Maras und Ollantaytambo. Bei letzterer handelt es sich um eine Stadt der Inka mit angeschlossener Festung und Tempelanlage. Erst bei Dunkelheit erreichen wir Cusco, da zwischen Ollantaytambo und Cusco doch schon einige Kilometer zu fahren sind.Am nächsten Morgen geht es schon früh los mit der für den Tag gebuchten Tour. Wir wollen in der Nähe des Nevando Ausangate zu den Rainbow Mountain. Nach einem mageren Frühstück geht es auf ca. 4500 mit der Wanderung los. Unsere Gruppe besteht aus 9 Leuten plus Führer und Fahrer. Während der Fahrer beim Auto bleibt, bewegt sich der Rest von uns gemeinsam mit den anderen Gruppen und individuell buchbaren Maultiertreibern den Pfad in die Berge hinauf, so dass sich die Gruppe schnell auflöst. Der Weg hinauf ist schön und trotz der Höhe ein relativ entspanntes Wandern. Immerhin gibt es keinen schweren Rucksack zu schleppen. Oben angekommen genießen wir die herrliche Aussicht auf die erstaunlich farbenfrohe Berglandschaft und den Ausangate Gletscher. Die Farben entstehen durch Oxidation verschiedener Mineralien, die hier durch die tektonische Plattenverschiebung an die Oberfläche gebracht wurden. Auf Aufruf unseres Guides treten wir den Rückweg an. Als wir das Auto erreichen, sind wir unerwarteterweise die ersten nach unserem Guide. Wir warten ca. eine Stunde bis fast alle zurück sind. Nur die beiden aus Mexiko lassen lange auf sich warten. Erst nach Stunden entscheidet sich der Guide die beiden Vermissten zu suchen, die sich zu diesem Zeitpunkt nach einem Sturz auf den Kopf bereits fast den gesamten Weg ohne Hilfe zurückgequält haben. Zu allem Überfluss müssen wir auch noch feststellen, dass unser schwarzer Poncho aus dem Auto geklaut wurde in dem unser Fahrer angeblich die ganze Zeit über geschlafen hat.
Der 3. August ist unser vorerst letzter Tag in Cusco. Für den Morgen des Tages haben wir uns noch vorgenommen nach Tipon zu fahren. Tipon ist ähnlich wie Moray eine landwirtschaftliche Experimentierstätte. Die Inka erforschten hier die besten klimatischen Wachstumsbedingungen für unter anderem diverse Kartoffel- und Maissorten. Dabei nutzten sie ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit über- und unterirdischen Kanälen, das heute noch intakt ist. Nach dieser sehr lehrreichen Besichtigung, verlassen wir Cusco für unseren Trek zum Choquequirao.

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